Auf dem City Airport steht seit neustem ein Esel

14.08.2009 · Neu · Redaktion

„Wir freuen uns, dieses historische Sammlerstück bei uns beherbergen zu können“, so Reinhard Becker, Geschäftsführer der Rhein-Neckar Flugplatz GmbH. Das Flugzeug gehört dem Verein Flugwerk Mannheim e. V., der sich seit seiner Gründung im Januar 2009 für den Erhalt seltener historischer Flugzeuge einsetzt.

Die 47 Mitglieder kümmern sich außerdem um Erhalt und Weitergabe fliegerischer Fähigkeiten zum Betrieb der Flugzeug-Oldtimer sowie die Weitergabe handwerklicher Qualifikationen zur Restauration und Pflege. „Eine Bereicherung für die Mannheimer Vereinswelt und natürlich für uns hier am Platz“ meint Becker. Denn der Verein bezog im Januar eine 1200 Quadratmeter große Flugzeughalle der ehemaligen Pfalz Flugzeugwerke GmbH Mannheim am City Airport in Neuostheim.

In kürzester Zeit ist er weit über die Grenzen Mannheims hinaus in ganz Europa bekannt geworden. Die Vereinigung strebt eine Zusammenarbeit mit den technischen Museen an, um historische Flugzeuge als „Fliegendes Museum“ in der Luft präsentieren zu können und nicht nur als stehende Ausstellungsstücke.

Die Ishak hat seit ihrer Registrierung in Deutschland 19 Stunden Flugzeit und über 60 Landungen störungsfrei absolviert. Die von Thomas Jülch erworbene I-16 Typ 24 mit der Werksnummer 2421319 war die erste von sechs durch SibNIA (Aeronautical Research Bureau in Novosibirsk Siberia) restaurierten Exemplaren. Sie war die letzte flugfähige Polikarpov I-16, die von der Alpin Fighter Collection von Sir Tim Wallis in Neuseeland zu kaufen war.

Das Flugzeug wurde Ende 1939 bis Anfang 1940 im Gorky Flugzeug Werk Nr. 21 in Nijni Nowgorod als I-16 Typ 24 gebaut. Dieses Exemplar wurde als einziges in seiner originalen Lackierung wieder hergestellt. Es hat einen Sternmotor mit 1000 PS und hielt zur damaligen Zeit mehrere Geschwindigkeitsweltrekorde. Gefunden wurden die Überreste des Flugzeugs in Karelien, zwei Kilometer nordwestlich des Kokkoyarvi-Sees und 38 Kilometer südwestlich der Stadt Kostoomuksha. Die Maschine, die 1941 abstürzte, gehörte zum 155. Jagdgeschwader der Nord-Front und war in diesem Gebiet stationiert.
Die I-16 ist am 4. Februar in Deutschland angekommen, seit Anfang Mai 2009 ist sie unter der Kennung D-EPRN in Deutschland registriert. Prof. Dr. Dr. Steinle, der Leiter der Berliner Luftfahrtsammlung reihte das Flugzeug in dem von ihm erstellten Gutachten in die Position “Sammelstücke von geschichtlichem Wert” ein. Eingeflogen wurde das Flugzeug am 22. Mai 2009 von Jurgis Kairys, mehrmaliger Kunstflugweltmeister und Kenner der I-16, in Lachen-Speyerdorf.